Der Verteilnetzbetreiber

Der Verteilnetzbetreiber unterhält das örtliche Stromnetz und ist für dessen Wartung zuständig. Daraus folgt, dass bei Störungen in der Stromversorgung der Netzbetreiber und nicht der Lieferant angerufen werden soll. Des Weiteren ist der Verteilnetzbetreiber dafür verantwortlich, dass bei Bedarf in die Stromleitung wachsende Bäume zurückgeschnitten werden.
Auch wenn der Verteilnetzbetreiber so gut wie immer zu einem Unternehmen gehört, welches Strom verkauft, ist der Netzbetrieb kaufmännisch und personell vom Stromvertrieb getrennt.

Die Aufgabe des Messstellenbetreibers ist eigentlich von der Marktrolle des Verteilnetzbetreibers unabhängig, in der Realität nimmt der Verteilnetzbetreiber die entsprechenden Tätigkeiten jedoch häufig ebenfalls wahr. In diesem Fall ist seine Entscheidung maßgeblich, wenn zwischen zwei Lieferanten oder dem Kunden und seinem Lieferanten über den Zählerstand gestritten wird. Wenn bei einem Umzug oder einem Lieferantenwechsel kein gemeldeter Stand vorliegt, beauftragt der Verteilnetzbetreiber die Ablesung; alternativ kann er auch eine Schätzung des Stromverbrauchs vornehmen.

Der Verteilnetzbetreiber meldet Kunden, welche sich nicht innerhalb der vorgegebenen Frist von sechs Wochen angemeldet haben, in die Grundversorgung an. Ebenso meldet er Leerstände an den Grundversorger, damit dieser die Zählergebühren beim Hausbesitzer einfordern kann. Wenn eine Kündigung mit dem Grund Lieferantenwechsel beim Netzbetreiber eingeht und keine Neuanmeldung der Belieferung erfolgt, nimmt das Verteilnetz automatisch eine Anmeldung des entsprechenden Kunden beim Grundversorger vor.
Wenn eine Stromsperre infolge eines Zahlungsverzugs durchgeführt werden soll, beauftragt der Lieferant den Netzbetreiber mit der Durchführung dieser Maßnahme. Grundsätzlich kann jeder Versorger einen solchen Auftrag erteilen, faktisch bevorzugen die meisten Unternehmen jedoch die Kündigung ihrer säumigen Zahler, sofern ihnen nicht als Grundversorger eine Pflicht zur Belieferung obliegt.

Während jeder Kunden den Stromversorger selbst wählen kann, entscheidet sich die Kommune für einen Verteilnetzbetreiber und überträgt die Konzession zur Nutzung des öffentlichen Raums auf diesen. Inzwischen planen mehrere Städte und Gemeinden die Rücknahme eines vormals verkauften Stromnetzes. Ein Wechsel des Verteilnetzbetreibers bewirkt keine automatische Änderung des Grundversorgers mehr, da als dieser das Unternehmen gilt, welches in einer Kommune die meisten Kunden versorgt.