Wasser und Wind sind traditionelle Energiequellen

Wind- und Wassermühlen

Wasser- und Windkraftwerke werden heute von vielen Menschen als neue technische Errungenschaften angesehen. Tatsächlich hat die Verwendung von Wind und Wasser für die Energieerzeugung jedoch eine sehr lange Tradition.

Diese zeigt sich besonders in Gegenden mit zahlreichen Windmühlen oder Wassermühlen. Die in ihnen erzeugte elektrische Energie wurde zwar nicht in das Stromnetz eingespeist, sondern ausschließlich zum direkten Antrieb der Mühlräder genutzt. Wenn der Müller eine Windmühle nutzte, musste er mit dem Mahlen des Getreides warten, bis ausreichend Wind wehte. Eine Wassermühle wurde hingegen in den meisten Fällen an einem kleinen Wasserfall errichtet, wo sie regelmäßig Energie zum Betrieb der Mühlräder erzeugen konnte.

Besonders Windmühlen wurden in alten Zeiten nicht ausschließlich von Müllern eingesetzt, um mit ihrer Hilfe das Getreide zu mahlen. Auch für das Auspressen von Ölsaaten sowie für die Verarbeitung von Hölzern in Sägewerken nutzten unsere Vorfahren die kostenfreie Windenergie.
Selbst die Maschinen der Walzwerke wurden früher durch Windmühlen angetrieben.

Die besondere Herausforderung der Windenergie, dass nicht regelmäßig ausreichend Wind zur Verfügung steht, galt selbstverständlich auch in der Vergangenheit. Gelöst wurde sie grundsätzlich dadurch, dass die Arbeit verrichtet wurde, wenn der Wind stark genug wehte.

Heutige Windräder können als Nachfolger der Windmühlen betrachtet werden. Der Wind dreht die Flügel eines Windrades heute ebenso an wie vormals die einer Windmühle. Der wichtigste Unterschied zwischen einer früheren Windmühle und einem heutigen Windrad besteht darin, dass die von der modernen Anlage erzeugte Energie in das Stromnetz eingespeist und nicht sofort verbraucht wird.

Ebenso arbeiten viele Wasserkraftwerke nach dem von der traditionellen Wassermühle bekannten Prinzip, sie benötigen jedoch in der Regel auf Grund der verlangten Leistung ein größeres Gefälle. Wassermühlen an kleineren Flüssen lassen sich somit nicht für die Energieeinspeisung reaktivieren, sie dienen vielmehr bevorzugt als touristisches Ausflugsziel und sprechen besonders den Bereich der Naherholung an.

  • Nicole_mehr

    Interessant, einmal etwas über die Ursprünge der momentan
    sehr „trendigen“ Energiegewinnung aus regenerativen Quellen zu erfahren. Einige
    Probleme sind scheinbar so alt wie die Technik selbst. Auch heute noch ist
    Windstille der größte Feind der Windkraft. Aber natürlich kann niemand seinen
    PC ausschalten, nur weil die Windkraftanlagen keinen Strom produzieren können.
    Doch das Bundesumweltamt scheint einen Weg für eine kontinuierliche
    Stromversorgung gefunden zu haben: Bläst der Wind kräftig, wird überschüssiger
    Strom produziert, der auf Basis von Methan und Wasserstoff in
    Pumpspeicherwerken gelagert wird. Und bei Windstille können diese
    Reservekraftwerke schließlich einspringen.

  • Vielen Dank für den tollen Artikel! Die beste Möglichkeit der regenerativen Energieversorgung ist meiner Meinung nach die Kombination aus den verschiedenen Methoden. Hat man beispielsweise eine eigene kleine Windkraftanlage auf dem Dach oder im Garten und zusätzlich eine Photovoltaik- und Solarthermieanlage, so ist man doch theoretisch rund um die Uhr versorgt. Nachts, wenn die Sonne nicht in unserer Region scheint, wird der Wind genutzt (wobei man nachts ja wahrscheinlich sowieso kaum Strom benötigt – höchstens für den Kühlschrank und wenn man mal Licht anschaltet). Im Gegensatz zu der früheren Zeit haben wir außerdem die tolle Möglichkeit, unseren Strom zu speichern (wie Nicole schon schrieb). Es ist toll, dass wir die gegebenen Kraft auf solch eine Art und Weise nutzen können.
    Beste Grüße aus Bremen sendet die Bremer Energieberatung enerpremium