EEG – Verbraucher zahlen und Stromproduzenten sparen

Die EEG-Umlage steigt ab dem Kalenderjahr 2013 auf mehr als fünf Cent je Kilowattstunde. Mit der Umlage beteiligen sich alle Verbraucher an den Kosten für den Aufbau von Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Die dezentrale Energieerzeugung ist ebenso wie die Stromgewinnung aus erneuerbaren Energieträgern sinnvoll und angesichts der Endlichkeit fossiler Energieträger sowie auf Grund des Ausstieges aus der Atomenergie unerlässlich. Zu hinterfragen ist jedoch die Tatsache, dass Verbraucher die Kosten für die Errichtung von Energieerzeugungsanlagen alleine tragen, während große Stromerzeuger sparen.

Einen großen Teil der sich besonders stark auf die Höhe der EEG-Umlage auswirkenden Solarstromanlagen haben Privatpersonen auf den Dächern ihrer Einfamilienhäuser errichtet. Weitere Anlagen wurden von Unternehmen und Landwirten aufgebaut. Die Errichtung der Anlagen zur Energieerzeugung durch Privatpersonen, Landwirte und kleinere Unternehmen führt zu erheblichen Einsparungen der großen Energieunternehmen. Diese zahlen zwar hohe Preise für die gesetzlich vorgeschriebene Abnahme des erzeugten Ökostromes, erhalten ihre Mehrkosten aber über die EEG-Umlage erstattet. Da der Gesetzgeber die Abschaltung der Atomkraftwerke verbindlich beschlossen hat und die Stromproduktion durch herkömmliche Anlagen auf Grund der Bestimmungen zur Luftreinhaltung ebenfalls sinken muss, sind eigentlich die großen Stromerzeuger zum Bau eigener Anlagen zur Produktion von Ökostrom verpflichtet. Dieser Verpflichtung können sie sich zu einem großen Teil entziehen, da zahlreiche dezentrale Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien errichtet werden.

Während die Höhe der EEG-Umlage in den Medien thematisiert wird, erwähnen nur wenige Artikel die Einsparungen der großen Energieerzeuger auf Grund der Bestimmungen des Erneuerbare-Energie-Gesetzes. Tatsächlich wirken sich die verringerten Kosten der Stromkonzerne für den Bau der Ökostrom-Erzeugungsanlagen langfristig positiv auf ihr Geschäftsergebnis aus, da nicht sie, sondern die zahlreichen Eigentümer der dezentralen Anlagen die anfallenden Abschreibungen durchführen und deren Wertverlust zu tragen haben. Vollständig aus dem Bau moderner Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom haben sich die großen Stromkonzerne selbstverständlich nicht zurückgezogen, einige Windparks und andere Anlage errichten sie ebenfalls.