Tarife mit automatischer Ablesung und monatlicher Abrechnung

Der technische Fortschritt ermöglicht den Einbau von Stromzählern mit Fernablesung. Langfristig ist mit dem Auswechseln aller bisherigen Stromzähler durch fernablesbare Zähler zu rechnen, zurzeit werden die besonderen Verbrauchsmessgeräte nur auf Wunsch des Kunden eingebaut, wenn dieser einen Sondervertrag abschließt. Moderne Zähler ermöglichen sowohl die zeitabhängige Berechnung als auch die monatliche Abrechnung des Stromverbrauches; diese ist üblicherweise ein kostenloser Bestandteil der entsprechenden Tarife.

Viele Verbraucher betrachten die Bezahlung des tatsächlichen Stromverbrauches anstelle einer monatlichen Abschlagszahlung und der jährlichen Abrechnung als eine besonders faire Form der Begleichung ihrer Energiekosten. Eine Zwischenabrechnung ist auf Wunsch des Kunden zwar auch in anderen Tarifen grundsätzlich möglich; allerdings darf der Versorger für diese Dienstleistung zusätzliche Entgelte berechnen, während sie bei Tarifen mit automatischer Fernablesung zu den integrierten Vertragsleistungen gehört. Wenn exakt der monatliche Verbrauch abgerechnet wird, gewährt der Kunde weder dem Versorger einen zinslosen Kredit durch überhöhte Abschlagszahlungen noch droht ihm eine hohe Nachzahlung infolge der Jahresrechnung. Bei der Lieferung von Haushaltsstrom ist die exakte Abrechnung des monatlichen Verbrauches sinnvoll, zumal die Schwankung im Verbrauch zwischen den Wintermonaten und der Sommerzeit gering ausfällt. Der geringfügige Mehrverbrauch im Winter entsteht nur teilweise durch den größeren Bedarf an Kunstlicht, sondern vorwiegend dadurch, dass sich die meisten Menschen während der dunklen Jahreszeit häufiger als im Sommer in ihrer Wohnung aufhalten.

Einige Stromversorger bieten die Fernablesung des Stromzählers sowie die monatliche Abrechnung auch in Verbindung mit einer Nachtspeicherheizung an. Diese Variante ist Verbrauchern nur bedingt zu empfehlen, da die Unterschiede der monatlichen Stromrechnung sehr groß ausfallen, wenn der Strom auch zum Beheizen der Wohnung verwendet wird. Der Kunde zahlt bei einer monatlichen Abrechnung zwar insgesamt nicht mehr für seinen Stromverbrauch als bei traditionellen Abschlägen, er muss aber in der Heizperiode sehr hohe Kosten tragen, während bei traditionellen Stromabschlägen die Heizkosten auf das gesamte Lieferjahr verteilt sind.