Geplante Recht auf Energieberatung ist politischer Aktivismus

Angesichts der enormen Erhöhung der EEG-Umlage zum Jahresbeginn 2013 haben Politiker unterschiedlicher Parteien angekündigt, bald das Recht auf eine kostenlose Energieberatung gesetzlich festlegen zu wollen. Angesichts der aktuellen Beratungsangebote der Energieversorger erscheint diese Ankündigung jedoch als politischer Aktivismus.

Bereits heute bieten die deutschen Energieversorger nicht nur ihren Kunden, sondern zumeist allen Interessenten eine kostenlose Energieberatung an. Sie verleihen Stromverbrauchsmessgeräte und veröffentlichen auf ihren Internetseiten Tipps zur Energieeinsparung. Viele Versorger und einige Netzbetreiber haben zudem interessante Broschüren mit Stromspartipps aufgelegt und versenden diese auf Anforderung unentgeltlich. Die entsprechenden Tipps stellen einen wichtigen Beitrag der Image-Werbung dar, die Angebote sind den meisten Verbrauchern bekannt und werden rege genutzt. Eine persönliche Energieberatung ist ebenfalls möglich, sie erfolgt wahlweise in einer Beratungsstelle oder telefonisch an der Hotline des Energieversorgers. In den meisten Fällen entdecken die Berater gemeinsam mit ihren Kunden ein beträchtliches Einsparpotential, so dass die Energieberatung die Kundenzufriedenheit deutlich erhöht und die Wechselbereitschaft verringert. Die meisten Leistungen hinsichtlich der Energieberatung erbringen Grundversorger, zumal diese auch Kunden anderer Lieferanten über Einsparmöglichkeiten informieren.

Die bisherigen Angebote zur Energieberatung sind für den Kunden kostenlos, sofern sie durch den Energieversorger oder Netzbetreiber erbracht werden. Zusätzlich existieren kostenpflichtige gewerbliche Beratungsangebote, welche im Gegensatz zu den kostenfreien Beratungen auf Wunsch auch im Haushalt des Verbrauchers stattfinden. Wenn Politiker fordern, dass künftig auch die Energieberatungen in der Wohnung des Verbrauchers kostenlos erfolgen sollen und entsprechende Beratungsgutscheine beschließen, verbessern sie die Beratungsleistungen gegenüber dem heutigen Angebot tatsächlich. Dass sich im Haushalt eines Stromkunden mehr Einsparmöglichkeiten als bei einer telefonischen Beratung oder bei einem in der Beratungsstelle des Energieversorgers durchgeführten Beratungsgespräch ermitteln lassen, kann als selbstverständlich gelten. Bei den bislang geäußerten Forderungen nach einer kostenlosen Energieberatung fehlte jedoch der ausdrückliche Hinweis, dass damit die Beratung im Haushalt der Verbraucher gemeint sei. Somit stellt sich die Frage, ob einigen Politikern die Angebote der kostenlosen Energieberatung durch zahlreiche Stromlieferanten möglicherweise nicht bekannt sind.

  • Facility Management

    Wenn man im Nachhinein sparen kann, dann sollte ein bisschen Geld für eien Beratung doch drin sein.
    Tom von,
    Energie sparen