Studieren mit 17 aber darf man als Minderjähriger auch einen Stromvertrag abschließen?

Die Verkürzung der Schulzeit führt dazu, dass immer mehr Menschen ihr Studium im Alter von siebzehn Jahren beginnen. Sie sind noch nicht volljährig und dürfen keine Verträge abschließen. Ihren Mietvertrag unterschreiben die Eltern, wie aber sieht die rechtliche Situation beim Stromvertrag aus?

Junge Studierende müssen einen Stromvertrag abschließen, wenn sie in eine eigene Wohnung einziehen. Wenn sie zunächst in ein Studentenwohnheim ziehen, ist der Strombezug in der Miete enthalten, ein ähnliches Verfahren wenden Vermieter an, wenn sie die Zimmer einer Etage einzeln an Studierende vermieten. Bei der Gründung einer Wohngemeinschaft kann ein bereits volljähriges Mitglied den Stromliefervertrag abschließen, so dass sich die Frage nach der Vertragsfähigkeit nur stellt, wenn noch nicht volljährige Studienanfänger alleine wohnen.

Grundsätzlich setzt der Abschluss eines Stromliefervertrages die Volljährigkeit voraus, so dass der Versorger verlangt, dass der Vertragsabschluss zunächst mit einem Erziehungsberechtigten erfolgt. In diesem Fall bietet sich die Ummeldung des Stromvertrages auf den Studenten oder die Studentin an, sobald das Kind volljährig wird. Da der Stromversorger in diesem Fall eine Schlussabrechnung mit seinem bisherigen Kunden vornimmt, muss der Zählerstand zum Datum der Ummeldung abgelesen werden. In der Grundversorgung ist eine telefonische Ummeldung möglich, während bei Sonderverträgen die Schriftform vorausgesetzt wird. Anstelle der anfänglichen Anmeldung auf ein Elternteil ist der Vertragsabschluss unter dem Namen des studierenden Kindes möglich, wenn dem Versorger eine schriftliche Zustimmung eines Erziehungsberechtigten vorliegt.

Einige junge Studenten umgehen die eigentlich erforderliche Vorlage der elterlichen Zustimmung beziehungsweise die Anmeldung der Stromversorgung bis zur Volljährigkeit über die Eltern, indem sie dem Versorger ihr Geburtsdatum verschweigen. Dieses Verhalten ist nur beim Strombezug über den Grundversorger möglich, da dieser zur Lieferung verpflichtet ist, während Wahlversorger Stromlieferaufträge ohne Nennung des Geburtsdatums wegen der nicht möglichen Bonitätsprüfung grundsätzlich ablehnen. Der unbeabsichtigte Vertragsabschluss mit minderjährigen Kunden kann jedoch zu rechtlichen Schwierigkeiten führen, wenn dieser die Stromrechnung nicht ordnungsgemäß bezahlt. Der Gesetzgeber könnte die Problematik lösen, indem er regelt, dass die Erlaubnis zum Bezug einer eigenen Wohnung automatisch die Einwilligung in den Abschluss eines Stromliefervertrages bewirkt.