Wird der Strom immer teurer?

Die Preisentwicklung während der letzten Jahrzehnte lässt erwarten, dass Strom auch weiterhin immer teurer wird. Einige Menschen erinnern sich noch an den Beginn der Liberalisierung auf dem Strommarkt im Sommer 1999, zumal zu jener Zeit die bislang letzten flächendeckenden Senkungen der Strompreise stattgefunden hatten. Die Stromlieferanten rechneten jedoch alsbald die Kosten für die EEG-Umlage sowie die 2007 erfolgende Mehrwertsteuererhöhung in ihre Preise ein, so dass sich kräftige Preissteigerungen für Verbraucher ergaben. Moderate Strompreiserhöhungen fanden bereits 2000 und somit weniger als ein Jahr nach den flächendeckenden Preissenkungen statt. Sie wurden zumeist mit gestiegenen Produktionskosten begründet, die wahrscheinlichere Ursache lag im (nach einem anfänglichen Schwung) kaum stattfindenden Wettbewerb, da die meisten Verbraucher nicht zum Wechsel ihres Stromlieferanten bereit waren.

Die EEG-Umlage erhöht sich weiterhin jährlich, während die Stromkosten an der Strombörse in Leipzig nachgeben. Das Stromüberangebot sollte eigentlich zu einer Preissenkung führen, diese erfolgt jedoch auf Grund festgelegter Vergütungen für den aus erneuerbaren Energieträgern erzeugten Strom nicht. Hinzu kommen steigende Netzkosten für den zusätzlichen Transport des dezentral erzeugten Stroms. Die hohen Einspeisevergütungen für Ökostrom sind grundsätzlich sinnvoll, da ohne eine entsprechend hohe Vergütung nur wenige Anlagen zur ökologischen Stromerzeugung errichtet würden. Allerdings berücksichtigen die ohnehin degressiven Vergütungssätze nicht den Umfang der tatsächlich erreichten Kostensenkungen bei der Errichtung der entsprechenden Stromerzeugungsanlagen, so dass eine weitere Absenkung der Einspeisevergütungen sinnvoll ist.

Wenn in fünfzehn bis zwanzig Jahren der Strommarkt funktioniert und der Staat die Stromsteuer nicht weiterhin erhöht, müssen die Strompreise langfristig sinken. Die heute errichteten Erzeugungsanlagen für Strom aus erneuerbaren Energieträgern sind dann vollständig abgeschrieben und produzieren weiterhin Strom, ohne dass der Betreiber für die Ursprungsenergie wie Wind oder Sonne bezahlen muss. Damit beschränken sich die Kosten der Energieerzeugung auf die Wartungsentgelte und die Versicherungsprämien für die Erzeugungsanlagen, wozu in einigen Fällen die Miete für das genutzte Grundstück zu rechnen ist. Lediglich aus Biomasse erzeugte Energie verlangt einen Einstandspreis für die zu ihrer Erzeugung bestimmten Rohstoffe.