Wohngemeinschaften und die Stromrechnung

Wohngemeinschaften können ihre Stromverträge auf unterschiedliche Weise abschließen. Wenn der Vermieter mit jedem Mitglied der WG einen gesonderten Mietvertrag abschließt und über den Einzug neuer Bewohner entscheidet, meldet er in der Regel den Stromanschluss auf seinen Namen an und rechnet die Stromkosten im Rahmen der jährlichen Nebenkostenabrechnung mit den Mietern ab.

In einer selbst über den Einzug neuer Mitglieder entscheidenden Wohngemeinschaft ist diese üblicherweise für den Abschluss eines Vertrages zur Stromlieferung verantwortlich. Dabei kann der Vertrag auf ein Mitglied oder auf mehrere Mitglieder der WG lauten, allerdings schränken die meisten Versorger die Anzahl der Vertragspartner pro Zähler auf zwei bis drei Personen ein; außerhalb des Pflichtgebietes ist nicht selten ein einziger Ansprechpartner Voraussetzung für den Vertragsabschluss.

In den meisten Wohngemeinschaften werden die Stromkosten auf alle Mitglieder gleichermaßen umgelegt. Diese Lösung ist oft unvermeidbar, da eine getrennte Verbrauchserfassung nicht vorgenommen wird. Fairer ist jedoch die konkrete Zuordnung der Verbräuche auf jeden Bewohner. Diese kann erreicht werden, indem für jedes Zimmer sowie für Gemeinschaftsräume ein Zwischenzähler zugeschaltet wird. Anschließend werden die Stromkosten für Gemeinschaftsräume auf alle Mitglieder der Wohngemeinschaft gleichermaßen aufgeteilt, während jeder Bewohner den Anteil für sein Zimmer alleine trägt. Zwischenzähler können im Baumarkt gekauft werden und dienen ausschließlich der internen Abrechnung.

Wenn ein im Stromliefervertrag namentlich genanntes Mitglied die Wohnung verlässt, sind die Kündigung der Stromlieferung und der Abschluss eines neuen Vertrages erforderlich; das bloße Streichen eines Namens ohne Erstellung einer Schlussabrechnung ist aus rechtlichen Gründen nicht zulässig.
Wenn ein nicht namentlich im Vertrag aufgeführter Bewohner aus einer Wohngemeinschaft auszieht, muss nicht zwingend eine Schlussabrechnung erstellt werden. Zur Vermeidung von Streitigkeiten hinsichtlich der Stromabrechnung ist es jedoch sinnvoll, eine Zwischenrechnung anzufordern.

Die häufigsten Fehler beim Wechseln des Stromanbieters

Der Wechsel zu einem anderen Stromversorger scheitert in einigen Fällen an leicht vermeidbaren Fehlern des Kunden. Idealerweise überlässt der Verbraucher die Kündigung beim bisherigen Versorger dem gewählten neuen Lieferanten. Wenn er selbst kündigt, muss er darauf achten, dass zum Zeitpunkt der Wirksamkeit seiner Kündigung beim Netzbetreiber die Anmeldung des gewählten Lieferanten vorliegt. Ansonsten erfolgt zunächst die Versorgung durch den Grundversorger. Die Kündigungsfrist von vier Wochen zum Monatsende reicht fast keinem Lieferanten für die Neuanmeldung aus, zumeist wird ein Vorlauf von sechs bis acht Wochen angegeben.

Ein weiterer Fehler besteht in einer fehlerhaften Angabe, ob es sich um einen Neueinzug handelt oder der Kunde schon in der Wohnung wohnt. Wenn der Vertrag beim neuen Anbieter auf einen anderen Partner als beim bisherigen Versorger abgeschlossen werden soll, handelt es sich versorgungstechnisch um einen Neueinzug. Sehr häufig wird in einem solchen Fall angegeben, dass der Kunde bereits in der Verbrauchsstelle wohnt, während er weder dem bisherigen Lieferanten noch dem Netzbetreiber bekannt ist. In diesen Fällen erfolgt eine Ablehnung der Kündigung, da der Kunde nach den Unterlagen des Versorgers und des Netzbetreibers nicht bekannt ist. Wird hingegen angegeben, dass es sich um einen Neueinzug handelt, steht der Versorgung durch den neuen Anbieter nichts mehr im Weg. Das mag etwas seltsam klingen, lässt sich aber leicht damit erklären, dass der Begriff des Wohnens in der Stromversorgung eine andere Bedeutung als in der Umgangssprache hat. Wohnen heißt in der Fachsprache von Stromlieferanten und Netzbetreibern, beim bisherigen Lieferanten und beim Verteilnetzbetreiber als Verbraucher an der entsprechenden Abnahmestelle registriert zu sein.

Was tun bei einer Stromstörung oder einem Stromausfall?

Unangekündigte Stromausfälle sind in Deutschland sehr selten, sie lösen jedoch bei den meisten Menschen ein großes Maß an Verunsicherung aus.

Viele Kunden rufen bei einer Stromstörung ihren Versorger an. Dieser kann die Mitteilung über einen Stromausfall an den Netzbetreiber weitergeben, häufig hat er auch schon eine entsprechende Meldung einschließlich der voraussichtlichen Dauer der Störung vorliegen.
Jedem Kunden wird mit dem Begrüßungsschreiben die Anschrift und die Telefonnummer des Netzbetreibers mitgeteilt, so dass er sich auch direkt an diesen wenden kann. Da eine Störung immer in die Verantwortung des Netzeigners fällt, ist dieser auch der richtige Ansprechpartner. Jeder Netzbetreiber verfügt zudem über eine spezielle Störungshotline, deren Mitarbeiter über jede Störung informiert sind und dem Anrufer in der Regel mitteilen können, wann der Strom wieder normal zur Verfügung stehen wird.
Vor dem Anruf beim Netzbetreiber sollte allerdings geklärt werden, ob die Störung tatsächlich von diesem zu verantworten ist. Als Grundregel lässt sich sagen, dass eine nur auf ein einziges Haus begrenzte Störung fast immer ihre Ursache in der hauseigenen Anlage hat und vom Eigentümer behoben werden muss.
Es rufen bei jeder größeren Störung sehr viele Kunden an, so dass die Störungshotline oft überlastet ist. Eine längere Warteschleife dort ist ein sicheres Zeichen dafür, dass die Störung bekannt ist und so schnell wie möglich behoben wird; es ist somit nicht zwingend erforderlich, dass jeder von einem Stromausfall betroffene Abnehmer selbst mit der Störungsstelle spricht.

Eine Stromstörung erfordert einige einfache Vorsichtsmaßnahmen im Haus. Wer sich nicht ganz sicher ist, welche Geräte probeweise eingeschaltet wurden, sollte aus Sicherheitsgründen die Hauptsicherung am Zähler ausschalten. Dieses funktioniert je nach Modell durch das Drücken des Schalters nach unten oder durch das Herausschrauben der Sicherung.
Entgegen einer häufig geäußerten Vermutung schadet selbst ein längerer Stromausfall dem Gefriergut in der Kühltruhe nicht, sofern diese verschlossen bleibt.

Strompakete – Vor- und Nachteile von Flexstrom und co.

Einige Anbieter vermarkten Strompakete, am bekanntesten ist Flexstrom. Der Kauf eines Strompaketes bedeutet, dass der Stromverbrauch bis zur gekauften Menge mit einer einmaligen Zahlung oder den monatlichen Abschlägen abgegolten ist. Wenn weniger Strom verbraucht wird, erfolgt keine Rückerstattung, während jede die vorab gekaufte Menge überschreitende Kilowattstunde gesondert in Rechnung gestellt wird.
Strompakete sind sinnvoll, wenn sie den tatsächlichen Verbrauch abbilden und der Kunde diesen sicher vorhersagen kann. Leider bieten die meisten Anbieter Pakete nur in sehr großen Schritten an, welche nicht unbedingt den Standardverbräuchen entsprechen, so dass sehr wenige Kunden exakt den eingekauften Strom verbrauchen. Ein weiteres Kriterium beim Abschluss eines Strompaketes sollte ein möglichst geringer Preis für zusätzlich verbrauchten Strom sein, in der Praxis wird dieser häufig sehr teuer abgerechnet.
Bereits eine in der eigenen Wohnung verbrachte längere Krankheitsphase kann dazu führen, dass deutlich mehr Strom als in den vergangenen Jahren verbraucht wird.
Die bei den meisten mit einem Strompaket verbundenen Tarifen übliche Vorausbezahlung des im Paket enthaltenen Verbrauches für ein Jahr führt zu einem weiteren Risiko. Wenn der Versorger Insolvenz anmeldet, gehören die Vorauszahlungen als Forderungen zur Insolvenzmasse und können ganz verloren gehen; bei einem guten Verlauf der Insolvenz bekommt der Kunde eine kleine Quote. Aber auch, wenn der Versorger den Vertrag ordnungsgemäß abwickelt, erleidet der Stromkunde durch die jährliche Vorauszahlung einen beträchtlichen Zinsverlust.
Auf Grund der mangelnden Flexibilität sind Strompakete für den Kunden in der Regel nicht vorteilhaft, so dass von ihnen eher abzuraten ist.

Wie Sinnvoll sind Heizlüfter?

Heizlüfter sind durchaus nützliche Geräte, für den Dauerbetrieb sind sie jedoch nicht geeignet.
Ein Heizlüfter dient der Erwärmung eines Raumes, wenn der Betrieb der Heizanlage noch nicht wirtschaftlich möglich ist oder diese kurzzeitig ausfällt. Besonders während des Frühjahrs oder im Herbst sind die Temperaturen am Tag so hoch, dass die Inbetriebnahme der Zentralheizung unnötig ist, während es am frühen Morgen zu kalt ist, um ohne Heizung zu baden oder zu duschen. In diesen Monaten stellt der Heizlüfter eine ideale Lösung dar, da er nur für kurze Zeit eingeschaltet wird und sich leicht wieder ausschalten lässt.

Die komplette Beheizung der Wohnung mittels eines Heizlüfters ist während des Winters jedoch nicht wirtschaftlich, da die Geräte sehr hohe Stromkosten verursachen und große Räume nicht gleichmäßig erwärmen.
Die meisten Heizlüfter können durch das Drehen eines Rädchens am Gerät auf eine Leistung von 1000 oder 2000 Watt eingestellt werden, wobei die höhere Wattzahl eine höhere Heizleistung bedeutet.
Bei einer eingestellten Leistung von 2000 Watt verbraucht der Heizlüfter jedoch eine Kilowattstunde (kWh) in nur einer halben Stunde, so dass die Heizung mit nur einem einzigen Heizlüfter an einem Abend zehn kWh verbraucht. Zudem darf ein Heizlüfter aus Sicherheitsgründen nicht unbeaufsichtigt betrieben werden, so dass er zum Heizen bei Abwesenheit ohnehin nicht geeignet ist.

In der Anschaffung sind Heizlüfter sehr preiswert, so dass ihr Erwerb und der Einsatz bei einem vorübergehenden Ausfall der Heizung sowie in der Übergangszeit für jeden Verbraucher leicht möglich ist.

Stromanbieter kündigen

Bei der Kündigung des Stromvertrages werden viele Fehler gemacht, welche zu Missverständnissen und bei vielen Kunden auch zur Verärgerung führen.
Wenn die Stromlieferung gekündigt werden soll, weil ein neuer Anbieter gewählt wurde, übernimmt in der Regel der neue Anbieter die Kündigung. Eine Ausnahme besteht regelmäßig dann, wenn der Vertragspartner beim neuen Versorger nicht mit dem des bisherigen Abnehmers identisch ist; in diesem Fall ist auf dem neuen Vertrag ein Neueinzug anzugeben. Das gilt auch dann, wenn der Ehepartner den Vertrag übernimmt.
Die mit Abstand meisten Fehler werden jedoch gemacht, wenn der Kunde ausziehen möchte und deshalb seinen Stromlieferungsvertrag kündigt. Die Kündigung darf in diesem Fall laut Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen zum Monatsende erfolgen, in der Realität akzeptieren fast alle Unternehmen in der Grundversorgung auch die nachträgliche Abmeldung zum konkreten Auszugsdatum. Als Auszugsdatum gilt der Termin der Schlüsselübergabe, nicht das Ende des Mietvertrages. Die nachträgliche Abmeldung ist bis zu sechs Wochen nach dem Auszug möglich. Wenn diese Frist versäumt wurde, kann die Kündigung der Stromlieferung zum ursprünglichen Termin nur noch in Form eines Zwangsauszuges nach der Anmeldung des neuen Abnehmers vorgenommen werden.

Viele Kunden teilen ihren Auszug frühzeitig mit. Wenn sie im Anschreiben nur angeben, dass sie den Vertrag kündigen, geht der Versorger davon aus, dass sie zu einem anderen Anbieter wechseln und verschickt eine entsprechende Meldung an den Netzbetreiber. Sofern diesem zum vermeintlichen Wechseltermin keine Anmeldung eines neuen Lieferanten vorliegt, meldet er den Kunden zur Grundversorgung beim örtlichen Pflichtversorger an. Dieses Verfahren gilt auch dann, wenn der entsprechende Grundversorger vorher der Stromlieferant gewesen ist. Dem Kunden wird eine Mitteilung zugeschickt, in welcher auf die automatische Anmeldung beim Grundversorger hingewiesen wird, so dass er reagieren und nachträglich seinen Auszug als Kündigungsgrund nachreichen kann; die Erfahrung zeigt aber, dass die entsprechenden Briefe in der Regel nicht vollständig gelesen werden.

Sofern der vermeintliche Neukunde keinen Nachsendeantrag gestellt hat und sich kein neuer Kunde für die Stromversorgung anmeldet, ist er für den Stromverbrauch verantwortlich, da die Abmeldung nicht ordnungsgemäß erfolgt ist. Eine den Vorschriften entsprechende Kündigung wegen eines Umzuges muss zwingend die Angabe enthalten, dass die Wohnung aufgegeben wird. Dann teilt der Versorger dem Netzbetreiber den Auszug als Grund für die Abmeldung mit und dieser nimmt selbstverständlich keine Anmeldung beim Grundversorger vor.

Unabhängig vom Grund der Abmeldung muss der Kunde bei den meisten Versorgern den Zähler zum Auszugstag selbst ablesen. Wenn die Selbstablesung nicht möglich ist, kann die Ablesung durch den Netzbetreiber vorgenommen werden; der bisherige Kunde sollte auf die entsprechende Notwendigkeit hinweisen.
Dem bisherigen Versorger sollte die neue Anschrift bei einer Kündigung wegen eines Wohnungswechsels immer mitgeteilt werden, damit er die Schlussrechnung an die richtige Adresse schicken kann.
Der Vermieter kann die Abmeldung nach einem Auszug seines Mieters übernehmen, allerdings bleibt der Kunde für den weiteren Verbrauch haftbar, wenn diese unterlassen wird. In der Praxis der Versorger zeigt sich, dass auf den Vermieter oft kein Verlass hinsichtlich der Abmeldung ist.