Grundversorger

Während bis Ende 2008 der Lieferant als Grundversorger für die Stromlieferung galt, welcher vor der Liberalisierung für die Energieversorgung zuständig war, muss jetzt alle drei Jahre neu ermittelt werden, welches Unternehmen in einer Gebietskörperschaft die meisten Kunden mit Strom beliefert. Dieses Unternehmen wird dort für die nächsten drei Jahre der Grundversorger.

Dieser ist verpflichtet, in seinen Grundversorgungsgebieten allen Interessenten einen Vertrag zur Stromlieferung anzubieten. Eine Ablehnung der Stromlieferung wegen schlechter Bonität des Kunden ist beim Grundversorgungstarif nicht möglich.

Auf der anderen Seite werden dem Grundversorger durch den Netzbetreiber alle Kunden gemeldet, welche sich nicht aktiv für einen anderen Lieferanten entschieden haben. Diese Daten gewinnt der Netzbetreiber durch Nachfragen bei Hauseigentümern oder auch durch eine aktive Recherche mit Hilfe des Außendienstes, wenn während eines längeren Zeitraums kein Nutzer für einen Zähler angemeldet wurde.
Der Grundversorgungstarif kann mit einer Frist von lediglich vierzehn Tagen zum Monatsende gekündigt werden; die meisten Grundversorger akzeptieren auch eine Abmeldung zu jedem anderen Termin unmittelbar nach dem Umzug. Die Anmeldung beim Grundversorger kann telefonisch erfolgen, während Sonderverträge in der Regel einen unterschriebenen Vertrag erfordern. Selbstverständlich kann auch der Grundversorger zusätzlich zum für jeden Kunden offenen Grundversorgungstarif optionale Sondertarife anbieten.

Gelegentlich wird als Kritik am Grundversorgermodell geäußert, dass es einem Unternehmen auch Kunden zuführe, welche sich bewusst nicht für den entsprechenden Versorger entscheiden würden. Das ist zwar richtig, jedoch kann Strom bereits vor der Anmeldung bei einem Lieferanten verbraucht werden; wenn keine Anmeldung durch den Kunden erfolgt, wird dieser durch den Grundversorger berechnet, sobald der Netzbetreiber ihm den Namen des Zahlungspflichtigen mitgeteilt hat. Ohne Grundversorger wäre eine Sperrung des Stromanschlusses bei jedem Umzug unumgänglich. Zugleich bewirkt nur die Pflicht des Grundversorgers, jedem Kunden einen Vertrag für die Stromlieferung anzubieten, dass auch Menschen mit einer sehr schlechten Bonität an die Stromversorgung angeschlossen werden.

Wie Sinnvoll sind Heizlüfter?

Heizlüfter sind durchaus nützliche Geräte, für den Dauerbetrieb sind sie jedoch nicht geeignet.
Ein Heizlüfter dient der Erwärmung eines Raumes, wenn der Betrieb der Heizanlage noch nicht wirtschaftlich möglich ist oder diese kurzzeitig ausfällt. Besonders während des Frühjahrs oder im Herbst sind die Temperaturen am Tag so hoch, dass die Inbetriebnahme der Zentralheizung unnötig ist, während es am frühen Morgen zu kalt ist, um ohne Heizung zu baden oder zu duschen. In diesen Monaten stellt der Heizlüfter eine ideale Lösung dar, da er nur für kurze Zeit eingeschaltet wird und sich leicht wieder ausschalten lässt.

Die komplette Beheizung der Wohnung mittels eines Heizlüfters ist während des Winters jedoch nicht wirtschaftlich, da die Geräte sehr hohe Stromkosten verursachen und große Räume nicht gleichmäßig erwärmen.
Die meisten Heizlüfter können durch das Drehen eines Rädchens am Gerät auf eine Leistung von 1000 oder 2000 Watt eingestellt werden, wobei die höhere Wattzahl eine höhere Heizleistung bedeutet.
Bei einer eingestellten Leistung von 2000 Watt verbraucht der Heizlüfter jedoch eine Kilowattstunde (kWh) in nur einer halben Stunde, so dass die Heizung mit nur einem einzigen Heizlüfter an einem Abend zehn kWh verbraucht. Zudem darf ein Heizlüfter aus Sicherheitsgründen nicht unbeaufsichtigt betrieben werden, so dass er zum Heizen bei Abwesenheit ohnehin nicht geeignet ist.

In der Anschaffung sind Heizlüfter sehr preiswert, so dass ihr Erwerb und der Einsatz bei einem vorübergehenden Ausfall der Heizung sowie in der Übergangszeit für jeden Verbraucher leicht möglich ist.

Kann Strom gespeichert werden?

Zu den traditionellen Grundlehren der Elektrotechnik gehört die Aussage, dass Strom überwiegend in dem Moment produziert werden muss, in welchem er verbraucht wird. Tatsächlich werden zu Zeiten geringen Verbrauchs mehrere Kraftwerke abgeschaltet.

Jeder Verbraucher hat aber schon die Erfahrung gemacht, dass Strom begrenzt gespeichert werden kann. Sowohl die Nachtspeicherheizung als auch der Akku des Mobiltelefons oder jede beliebige Batterie sind eindeutige Beweise für die begrenzte Speichermöglichkeit des Stroms.
Akkus entleeren sich jedoch auch ohne Gebrauch, ebenso verlieren Batterien während ihrer Lagerung an Kraft. Des Weiteren sind sehr große Geräte für die Speicherung relativ geringer Strommengen erforderlich, so dass die meisten der bisher bekannten Speichertechniken für eine gesicherte Energieversorgung nicht geeignet sind. Allerdings wurde in der Vergangenheit auch sehr wenig im Bereich der Energiespeicherung geforscht.

Das Speichern von Energie ist notwendig, wenn künftig erneuerbare Energien eine größere Bedeutung für die Stromversorgung übernehmen sollen. Sowohl Sonne als auch Wind stehen in Deutschland ausreichend zur Verfügung, aber nicht immer während der Zeit, zu welcher die meiste Energie benötigt wird.
Eine moderne Form der Speicherung stellen Pumpspeicherwerke dar. In ihnen wird der im Moment seiner Erzeugung nicht benötigte Strom dazu benutzt, Wasser mittels einer Pumpe in ein höher gelegenes Becken zu pumpen. Sobald ein höherer Bedarf an Strom besteht, wird das Wasser abgelassen und treibt beim Fallen in die Tiefe eine Turbine an, welche ihrerseits Strom erzeugt. Materiell gespeichert wird bei einem Pumpspeicherwerk somit nicht der Strom, sondern das ihn erzeugende Wasser.
Neben einem weiteren Ausbau von Pumpspeicherwerken ist auch die Weiterentwicklung von Batterie- und Wasserstoffspeichern für eine optimale Energieversorgung erforderlich.

Energiesparlampen

Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen Glühbirnen in den nächsten Jahren komplett durch Energiesparlampen ersetzt werden. Die Produktion von herkömmlichen matten Glühlampen ist ebenso wie die von solchen mit einer hohen Wattzahl bereits eingestellt worden.

Energiesparlampen sind in der Anschaffung teurer als herkömmliche Glühlampen, ihre längere Haltbarkeit gleicht diesen Nachteil jedoch aus. Zudem bieten alle großen deutschen Discounter einmal jährlich Energiesparlampen als preiswerte Aktionsware an. Das größte Einsparpotential besitzen moderne Energiesparlampen dank des um bis zu achtzig Prozent geringeren Stromverbrauches gegenüber herkömmlichen Glühbirnen. Wenn deutschlandweit alle Glühlampen durch moderne Leuchtkörper ersetzt worden sind, wird alleine durch diese Maßnahme die jährliche Stromproduktion eines kompletten Atomkraftwerkes eingespart.
Die Verwendung sparsamer Beleuchtungskörper reduziert somit nicht nur die Stromrechnung spürbar, sie ist zugleich ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Energiesparlampen sind auf dem Markt bereits seit längerer Zeit erhältlich. Anfangs wurden sie nur in einer einzigen Lichtfarbe produziert und konnten nicht gedimmt werden. Vielen Verbrauchern ist nicht bekannt, dass diese Schwächen der Energiesparlampen inzwischen behoben werden konnten. Im Handel sind die modernen Leuchten heute mit unterschiedlichen Lichtfarben und auf Wunsch auch dimmbar erhältlich.

Der einzige Nachteil einer Energiesparlampe gegenüber einer herkömmlichen Glühbirne, ist der Anteil an Quecksilber. Aus diesem Grund darf sie nach Gebrauch nicht über den Hausmüll entsorgt werden, sondern muss bei einer Wertstoffannahmestelle oder bei einem Händler abgegeben werden. Eine Gesundheitsgefahr besteht wegen der sehr geringen Menge Quecksilber, welche in der Energiesparlampe verwendet wird, auch bei einem Bruch des Beleuchtungskörpers nicht.

Wie sinnvoll sind Strom-Festpreisprodukte und eine Preisgarantie?

Festpreisprodukte schützen den Stromkunden vor einer Erhöhung des Strompreises, da sie ihm eine Preisgarantie für einen Zeitraum von zumeist zwei oder drei Jahren geben. Während viele Anbieter einen Aufpreis für den Verzicht auf eine künftige Preiserhöhung fordern, sind die entsprechenden Tarife bei wenigen Unternehmen (u.a. RWE) günstiger als die Grundversorgung.
Nicht unter die Preisgarantie fällt die Erhöhung staatlich verordneter Abgaben und Steuern, zu diesen zählen die meisten Energieversorger auch die Abgabe aus dem Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (wörtlich Erneuerbare Energien Gesetz = EEG). Da eine jährliche Erhöhung dieser Abgabe fast als sicher anzusehen ist, bleiben die Preise trotz der Preisgarantie in den meisten Fällen nicht vollkommen konstant.

Trotz der wahrscheinlichen Verteuerung des Stroms zu jedem Jahreswechsel auf Grund der EEG-Abgabe sind Festpreisprodukte sinnvoll, da sie vor Preiserhöhungen wegen gestiegener Beschaffungskosten schützen. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Preise für Strom regelmäßig steigen.

Wenn allerdings eine Senkung des Strompreises erfolgen sollte, bleibt für die Kunden eines Festpreisvertrages dieser wirksam, so dass sie nicht von der Reduzierung der Strompreise profitieren. Wer mit einer baldigen Absenkung der Preise beim Strom rechnet, sollte tatsächlich keinen Vertrag über ein Festpreisprodukt abschließen. In den letzten Jahren sind die Preise aber fast jährlich gestiegen, so dass ein Festpreis für den Verbraucher zu Einsparungen geführt hat.

Dass die Energieversorger bei einer allgemeinen Tarifsenkung auf die bei der Vereinbarung des Festpreises genannten Preise bestehen, ist keineswegs böswillig. Jeder Versorger hat die Strommenge, welche er für die Belieferung seiner Kunden mit einem Festpreisprodukt benötigt, bei den Produzenten ebenfalls zu einem fixen Preis eingekauft.

Ein Festpreisvertrag gilt selbstverständlich immer nur für eine konkrete Verbrauchsstelle, jeder Sondervertrag wird bei einem Umzug automatisch mit der Abmeldung des Kunden beendet. Für die neue Wohnung kann dann ein neuer Sondervertrag abgeschlossen oder die Grundversorgung gewählt werden.

Abschlag bei Arbeitslosigkeit

Wer arbeitslos wird, muss sparen. Nicht wenige Menschen rufen nach dem Eintritt ihrer Arbeitslosigkeit im Call Center ihres Energieversorgers an und bitten um eine Reduzierung ihrer Abschläge. Eine solche macht aber keinen Sinn, da auf Grund der Arbeitslosigkeit mehr Strom verbraucht werden wird als bisher. Die Ursache für den erhöhten Stromverbrauch ist sehr leicht zu erklären: Arbeitslose halten sich häufiger in ihrer Wohnung auf als Arbeitnehmer und verbrauchen somit mehr Strom, da sie sowohl das Licht als auch ein Fernseh- oder Radiogerät einschalten.
Aus Sicht des Energieversorgers ist ein höherer Abschlag für Arbeitslose als für Beschäftigte sinnvoll, auch wenn ein solcher dem Kunden nur schwer vermittelt werden kann.
Selbstverständlich wird kein Mitarbeiter den monatlichen Abschlag eines Kunden ohne dessen Einwilligung erhöhen, ein Senken der monatlichen Rate wegen der eingetretenen Arbeitslosigkeit wird er aber in der Regel ablehnen.
Eine Ausnahme ist möglich, wenn die Arbeitslosigkeit begrenzt ist und der Kunde sich bereit erklärt, nach der Aufnahme der neuen Tätigkeit einen erhöhten Abschlag zu zahlen.
Wenn bis zu erstmaligen Bezug des Arbeitslosengeldes eine gewisse Zeit zu überbrücken ist, kann immerhin vereinbart werden, dass ein Abschlag ausgesetzt und der entsprechende Betrag auf den folgenden Monat übertragen wird.
Wünschenswert ist, dass der Berater des Energieversorgers Tipps zum Einsparen von Energie gibt, damit der häufigere Aufenthalt in den eigenen vier Wänden den Energieverbrauch nicht zu sehr ansteigen lässt. Ein sehr einfacher Tipp lautet, als Hintergrundgeräusch besser das Radio als den Fernseher einzuschalten, da sich der Energieverbrauch mit und ohne Bild spürbar unterscheidet.
Ein Sondertarif für Arbeitslose oder generell für bedürftige Kunden wird häufig gefordert, angeboten wird ein solcher bislang aber von fast keinem Stromversorger.

Wann ist die Anmeldung beim Stromanbieter durch den Vermieter erlaubt?

Als Folge der Marktrollentrennung darf der Vermieter einen Stromzähler grundsätzlich nicht mehr für seinen Mieter anmelden. Der Grund für diese Regelung ist, dass jeder Bezieher einer Wohnung während der ersten sechs Wochen nach dem Einzug das Recht hat, sich bei einem Stromanbieter seiner Wahl anzumelden. Es ist nicht mehr erforderlich, dass die Anmeldung zunächst beim Grundversorger erfolgt.
Aus diesem Grund darf die Anmeldung durch den Vermieter frühestens sechs Wochen nach dem Einzug vorgenommen werden, wenn keine schriftliche Einwilligung des Mieters vorgelegt werden kann. In Einzelfällen ist eine pragmatische Lösung denkbar; wenn der neue Mieter kein Deutsch kann, reicht es aus, wenn er telefonisch bestätigt, dass er seinen Vermieter zur Anmeldung beauftragt hat. Des Weiteren dürfen Betreuer und Ehepartner die Anmeldung beim Stromlieferanten vornehmen, uneheliche Lebensgemeinschaften stellen einen Grenzfall dar, über den unterschiedliche Auffassungen bestehen. Allerdings gibt es eine recht einfache Lösung: Da eine telefonische Anmeldung ohnehin nur für den Tarif der Grundversorgung zulässig ist und die Vorgabe, dass nur ein einziger Vertragspartner aufgeführt werden darf, für diese nicht gilt, kann der Anschluss zunächst auf beide Lebenspartner angemeldet werden. Nach dem Erhalt des Begrüßungsschreibens kann dann bei Bedarf einer der beiden gestrichen werden; solange außer der Abschlagsanforderung keine Rechnung erstellt und keine Zahlung geleistet wurde, ist in der Grundversorgung die Änderung des Vertragspartners als bloße Datenänderung ohne das Erstellen einer Schlussrechnung möglich.

Wenn der Vermieter einen unzulässigen Anmeldeversuch unternimmt, wird dem Mieter ein Sondervertrag als Angebot zugeschickt. Ein solcher ist fast immer günstiger als die Grundversorgung und kann unterschrieben zurückgeschickt werden. Sofern der Mieter jedoch die Grundversorgung bevorzugt, muss er sich selbst telefonisch oder schriftlich beim Grundversorger anmelden.

Eine Ausnahme besteht für Marktpartner. Bei diesen handelt es sich um große Unternehmen der Wohnungswirtschaft, welche sich von ihren Mietern im Normalfall im Mietvertrag das Recht zur Anmeldung beim Grundversorger einräumen lassen. Diese müssen einen Vertrag mit dem Versorger abschließen und ihm gegenüber garantieren, dass sie keine Mieter anmelden, welche diesen Passus im Mietvertrag gestrichen haben.

Netzbetreiber und Versorger – Marktrollentrennung – MRT

Die Marktrollentrennung (MRT) wurde vom Gesetzgeber vorgeschrieben, damit Anbieter ohne eigenes Netz auf dem Strommarkt die gleichen Chancen wie große Konzerne und örtliche Stadtwerke besitzen. Der Netzbetreiber darf nicht mehr gleichzeitig Versorger sein, die Mitarbeiter eines Lieferanten dürfen die Netzseite einer Lieferstelle nicht mehr einsehen.
Die praktische Umsetzung muss spätestens im Herbst 2010 bei allen von der MRT betroffenen Unternehmen durchgeführt worden sein, als erster Konzern hatte die RWE die Marktrollentrennung bereits im Herbst 2009 eingeführt. Seit diesem Zeitpunkt sind die RWE Vertrieb AG und die RWE Verteilnetz GmbH zwei rechtlich getrennte Unternehmen innerhalb des Konzerns. Vergleichbare Konstrukte werden auch von anderen Unternehmen angewendet. Ob der Gesetzgeber tatsächlich eine derartige Lösung gewollt oder nicht doch auf die Abgabe der Strom- und Gasnetze an auch wirtschaftlich vom Lieferanten unabhängige Gesellschaften spekuliert hatte, bleibt dabei unklar. Zumindest haben die einem Netzbetreiber assoziierten Lieferanten keinen Informationsvorsprung mehr.

Einige Daten müssen zwischen dem Netzbetreiber und dem Lieferanten abgestimmt werden, so benötigen beide Marktrollen sowohl Informationen über Zählerstände als auch über Ein- und Auszüge. Diese werden ohne menschliche Beteiligung mit einem als MSONS bezeichneten System über die jeweiligen Rechner ausgetauscht.

Die Umsetzung der Marktrollentrennung ist für die Kunden gewöhnungsbedürftig. Obwohl sowohl die Presse als auch die Stromversorger über die MRT ausführlich informiert haben, wenden sie sich weiterhin für an den Netzbetreiber zu richtenden Anfragen zunächst überwiegend an den Lieferanten.
Auch dass Vermieter ihre Mieter nicht mehr ohne deren schriftliche Zustimmung beim Grundversorger anmelden dürfen, ist nur wenigen Menschen bekannt. Der Grund für das Verbot besteht darin, dass infolge der Marktrollentrennung jeder Mieter sich sofort nach dem Einzug für einen beliebigen Stromversorger entscheiden darf und sich nicht mehr zunächst beim Grundversorger anmelden muss.

Erneuerbare Energien – Ökostrom

Erneuerbare Energien werden aus sich regelmäßig erneuernden Energieträgern hergestellt. Die klassischen Energieträger sind Sonne, Wind und Wasser, daneben wird auch Biogas zu den erneuerbaren Energien gezählt.
Die Stromerzeugung aus Holz, Erdwärme oder durch Gezeitenkraftwerke zählt ebenfalls zur Enerrgiegewinnung aus unerschöpflichen Ressourcen, sie spielt bislang aber noch eine eher untergeordnete Rolle.
Der ausschließlich aus erneuerbaren Energien hergestellte Strom wird häufig als Ökostrom angeboten, daneben muss auf Grund des Erneuerbare-Energien-Gesetzes jede Stromlieferung teilweise aus regenerativer Energie bestehen. Das genannte Gesetz sieht auch vor, dass für die dezentrale Energiegewinnung aus erneuerbaren Energieträgern hohe Einspeisungsvergütungen gezahlt werden.

Die großen Stromproduzenten verhalten sich den erneuerbaren Energien gegenüber ambivalent. Der Strommix enthält bei den meisten Produkten einen die gesetzlichen Vorschriften übersteigenden Anteil erneuerbarer Energien, ebenso bieten sie ausschließlich aus regenerativen Energieträgern gewonnenen Strom in ihrer Produktpalette an. Ein großer Energieproduzent hat sogar eine eigene Gesellschaft für die Förderung der erneuerbaren Energien gegründet. Dennoch beharren die vier großen deutschen Stromkonzerne darauf, dass eine gesicherte Versorgung alleine mit aus erneuerbaren Energien gewonnenem Strom nicht möglich wäre, während viele kommunale Stadtwerke bevorzugt in Anlagen zur Gewinnung von Sonnen- und Windenergie investieren.
Die häufig geäußerten Bedenken, dass Wind- und Sonnenenergie nicht exakt dann in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, wenn der Strom benötigt wird, sind nur auf Grund versäumter Investitionen in die Erforschung zuverlässiger Stromspeicher notwendig.

Dass die durch erneuerbare Energien erzeugte Strommenge weiterhin steigt, können am ehesten die Verbraucher erreichen, indem sie entsprechende Stromprodukte bestellen. Ökostrom kostet bei fast allen Anbietern nur noch einen geringen Aufpreis, durch die Wahl eines preiswerten Lieferanten kann er oft sogar günstiger bezogen werden als das Standardprodukt des örtlichen Grundversorgers.

Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke

Die von der Bundesregierung beschlossene Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke sichert den großen Energieversorgern als Betreiber der Atommeiler weiterhin hohe Gewinne, während sie Stadtwerken ebenso wie den Produzenten von Strom aus erneuerbaren Energieträgern schaden. An dieser Feststellung ändern auch die für eine verbesserte Förderung erneuerbarer Energien zu zahlenden Beträge nichts, zumal die Atomkonzerne diese steuerlich geltend machen können.
Wie sich wenige Tage nach der Veröffentlichung der Laufzeitverlängerung für die bestehenden Atomkraftwerke herausstellte, haben die diese betreibenden Konzerne das Gesetz in einem für eine demokratische Regierung nicht tolerierbaren Umfang mitverfasst.
Der Atomkompromiss sieht vor, dass die bestehenden Kernkraftwerke gegenüber dem von der vorherigen Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg je nach ihrem Alter acht bis zwölf Jahre länger betrieben werden dürfen. Die beschlossenen Laufzeitverlängerungen beziehen sich jedoch auf unter Volllast laufende Kernkraftwerke, so dass ein Teillastbetrieb der Atommeiler ebenso wie ein zeitweiser Stillstand zu einer noch längeren Laufzeit des realen Kraftwerks führt.
In der Theorie ist zwar der Vorrang erneuerbarer Energien bei der Netzeinspeisung festgeschrieben; in der Praxis lassen sich jedoch Kernkraftwerke im Gegensatz zu Windrädern nicht kurzfristig abschalten, so dass der im Netz vorhandene Atomstrom den umweltfreundlich erzeugten Windstrom blockieren wird. Des Weiteren fürchten kommunale Stadtwerke, dass sie ihren durch Blockheizkraftwerke oder erneuerbare Energieträger erzeugten Strom demnächst nicht mehr komplett einspeisen können; sie haben nach dem ursprünglichen Atomkompromiss hohe Beträge in den Aufbau von Anlagen zur dezentralen Erzeugung umweltfreundlich produzierten Stroms investiert.
Die von der SPD regierten Bundesländern haben bereits angekündigt, beim Bundesverfassungsgericht gegen den Atomkompromiss klagen zu wollen.