Was tun, wenn der Stromlieferant Insolvenz anmeldet?

In einigen wenigen Fällen kam es während der vergangenen Jahre zu Insolvenzen bei Stromanbietern. Zumeist wurde ihnen bereits vorher die Netznutzung seitens der größeren Verteilnetzbetreiber auf Grund nicht geleisteter Zahlungen gekündigt.

Die Insolvenz bzw. die Kündigung der Berechtigung zur Netznutzung eines gewählten Stromanbieters erfordert vom Kunden keine zwingende Reaktion, da der Grundversorger für die Sicherstellung der weiteren Stromlieferung verantwortlich ist. Dieser erhält eine entsprechende Mitteilung durch den Netzbetreiber. Auf Grund dieser Meldung wird der Kunde im Rahmen der Grund- bzw. Ersatzversorgung versorgt und kann sich jederzeit für einen anderen Anbieter oder für einen Sondervertrag beim örtlichen Grundversorger entscheiden, so dass keine Eile bei der Auswahl eines neuen Lieferanten geboten ist. Der dauerhafte Strombezug zu den Konditionen der Grundversorgung kann nicht empfohlen werden, da Wahltarife immer günstiger sind.
Der Insolvenzverwalter bewirkt die Erstellung der Schlussrechnung, eine eventuelle Nachzahlung ist auf das von ihm angegebene Konto zu leisten. Wenn die Endabrechnung ein Guthaben des Kunden aufweist, wird dieses der Insolvenzmasse zugeschlagen, so dass vermutlich nur ein Teilbetrag zur Auszahlung kommt.

Problematisch für Kunden ist lediglich eine möglicherweise geleistete Vorauszahlung bzw. eine hinterlegte Kaution. Diese Zahlungen fallen in die Insolvenzmasse, aus welcher jeder Gläubiger nur teilweise befriedigt wird. Auf Grund der weiterhin bestehenden Gefahr, dass ein Versorger zahlungsunfähig wird und Insolvenz anmelden muss, raten Verbraucherverbände von Verträgen mit Vorkasse ab.